European Blackjack: eine Runde ohne verdeckte Karte

Zwei 8er gegen eine Zehnerkarte, gemischt aus sechs Decks: Was der späte Blackjack des Dealers mit deinem Split macht und was dieselbe Hand mit verdeckter Karte kostet.

Sechs Decks, 312 Karten: Der Schlitten wird mit festem Startwert gemischt.

European Blackjack wird nach dem Regelsatz von Wizard of Odds mit sechs Decks gespielt, also mit 312 Karten im Schlitten. Die Runde in dieser Szene stammt aus einer echten Mischung: Ein fester Startwert mischt Schlitten um Schlitten, bis die Ausgangslage auftritt, um die es geht. Jede Karte, die du siehst, kommt in genau dieser Reihenfolge aus dem Schlitten.

Du bekommst zwei 8er, der Dealer nur eine offene Zehnerkarte.

Du setzt 10 Euro und erhältst zwei 8er, zusammen eine harte 16. Der Dealer legt sich eine einzige offene Karte hin, hier einen König. Eine zweite Karte bekommt er beim European Blackjack zu Beginn nicht. Der Platz neben seiner ersten Karte bleibt leer, bis alle Spieler ihre Hände fertig gespielt haben.

Ohne verdeckte Karte prüft der Dealer nicht vorab, ob er Blackjack hat.

Weil keine verdeckte Karte auf dem Tisch liegt, gibt es nichts, worauf der Dealer schauen könnte. Die Prüfung auf einen eigenen Blackjack entfällt deshalb. Ob er 21 mit zwei Karten erreicht, entscheidet sich erst ganz am Ende der Runde. Du triffst deine Entscheidungen also, ohne zu wissen, ob ein Ass auf dich wartet.

Du teilst die 8er wie gewohnt: Jetzt liegen 20 € auf dem Tisch.

Bei der amerikanischen Variante teilst du zwei 8er fast ohne nachzudenken. Genau das passiert hier: Du schiebst einen zweiten Einsatz von 10 Euro neben den ersten und spielst zwei getrennte Hände, jede beginnt mit einer 8. Auf dem Tisch liegen damit 20 Euro, und beide Einsätze hängen am Ausgang gegen die offene Zehnerkarte.

Deine Hände enden bei 17 und 20, beide bleiben stehen.

Auf die erste 8 kommt eine 9, das ergibt 17. Die zweite 8 bekommt eine 5 und dann eine 7, das ergibt 20. Beide Hände bleiben stehen und überkaufen sich nicht. Mit 20 gegen eine Zehnerkarte sieht deine Lage gut aus. Jetzt ist der Dealer an der Reihe und zieht seine zweite Karte.

Erst jetzt zieht der Dealer seine zweite Karte: ein Ass, Blackjack.

Nachdem du fertig bist, legt der Dealer seine zweite Karte neben den König. Es ist ein Ass. König und Ass als erste zwei Karten sind ein Blackjack, 21 Punkte. Bis zu diesem Moment hat niemand am Tisch davon gewusst, denn beim European Blackjack gibt es keine verdeckte Karte, die vorher geprüft werden könnte.

Sein Blackjack nimmt den gesamten Einsatz: 20 € sind weg, auch aus dem Split.

Der Blackjack des Dealers nimmt laut Regelsatz den gesamten Einsatz, auch das, was du durch Teilen oder Verdoppeln zusätzlich gesetzt hast. Deine 17 und deine 20 spielen keine Rolle mehr. Beide Einsätze von je 10 Euro gehen an die Bank. Genau diese Regel macht das Teilen gegen eine starke Dealer-Karte an diesen Tischen teurer.

Mit verdeckter Karte prüft der Dealer vorab: Die Runde endet bei 10 € Verlust.

Dieselbe Dealer-Hand unter amerikanischen Regeln: Der König liegt offen, das Ass als zweite Karte verdeckt. In dieser Simulation sieht der Dealer mit einer Zehnerkarte vorab nach, findet den Blackjack und beendet die Runde, bevor du teilen kannst. Du verlierst nur deinen Grundeinsatz von 10 Euro. Der zweite Einsatz kommt gar nicht erst auf den Tisch.

Die European-Tabelle sagt: 8er gegen eine 10 ziehen statt teilen, Risiko 10 €.

Weil der Dealer auf einen späten Blackjack hoffen darf, streicht die European-Strategietabelle bestimmte aggressive Züge. Zwei 8er gegen eine 10 oder ein Ass teilst du nicht, du ziehst. Trifft dich danach derselbe Blackjack, verlierst du nur den einen Einsatz von 10 Euro statt 20 Euro. Die Tabelle schützt den Grundeinsatz gegen eine extrem starke Dealer-Karte.

1.000 Hände zu je 10 €: Die fehlende Karte kostet theoretisch 11 € mehr.

Laut Wizard of Odds kostet die Regel ohne verdeckte Karte rund 0,11 Prozentpunkte Hausvorteil. Wer 1.000 Hände zu je 10 Euro spielt, setzt 10.000 Euro um. 0,11 Prozent davon sind 11 Euro zusätzlicher theoretischer Verlust, nur wegen der fehlenden Karte. Mit allen Regeln des Satzes zusammen liegt der Hausvorteil bei 0,62 Prozent, gespielt nach der Grundstrategie.

Quellen: Wizard of Odds: European Blackjack – Regelsatz, Strategietabelle, Hausvorteil 0,62 % · Wizard of Odds: Blackjack Rule Variations – Wirkung der Regel ohne verdeckte Karte